Ostern in der DDR
Ostara, Hase und Ei – und was der Frühling uns sagen will.
Ein Birkenwäldchen, irgendwo im Berliner Umland, Ende der Siebziger. Es ist Ostern. Im Osten. In einer Kindheit hinter grauen Mauern.
Ich liebe Ostern. Bunt im ganz schön grauen Alltag. Verbundener mit meiner Familie, in der ich mich später noch oft fühlen werde wie das Küken, das im fremden Nest geschlüpft ist. Ostern wie Weihnachten – Feiertagsrituale, die mir Freude schenken, auch wenn ihnen jegliche spirituell-geistige Tiefe fehlt.
Es kribbelt in meinem Bauch vor lauter Vorfreude an diesem Ostersonntag. Raus aus der Stadt. Frische Luft, die nach Erde und Wald duftet, die ersten bunten Frühblüher, Marienkäfer, aufgewecktes Vogelgezwitscher. Das Großstadtkind, das sich in der Natur am meisten zu Hause fühlt, ist einfach glücklich.
Und dann noch Ostereiersuche!
Die Frühlingssonne fällt durch lichte Baumkronen auf weiße Stämme. Ein Leuchten inmitten des ersten zarten Grüns. Meine kleinen Füße drücken sich in das feuchte Gras. Frisch. Lebendig. Wach. An manchen Stellen noch wintermüdes Laub. Hier und da glitzernde Wassertropfen auf den Grashalmen vom letzten Regenschauer.
Wir suchen, lachen, finden.
Viele bunte Ostereier.
Etwas wartet noch auf mich. Ich höre immer wieder: kalt, kälter. Ich drehe mich um. Gehe weiter. Wärmer, warm, heiß.
Und plötzlich entdecke ich ihn hinter einem Birkenstamm. Ein riesengroßer, bunter Schokoladenosterhase. Ein Drittel meiner kleinen siebenjährigen Körpergröße. Goldig schimmernd im Sonnenlicht, so schön in seiner bunt-bedruckten, knisternden Schokoladenhülle. Noch nie habe ich so ein großes Prachtexemplar gesehen. Die beste Schokoladenmarke jenseits der Mauer. Ich weiß, wie lieblich süß sie in meinem Mund schmilzt. Ein breites Lachen in meinem Gesicht. Leuchtende Kinderaugen. Langsam entfalte ich seine Hülle. Die Schokolade bricht in meinen Händen und genüsslich beiße ich in die schmelzende, süße Schokolade hinein. Und ja, ich teile ihn.
Noch heute liebe ich Schokolade. Die süßen Hasen reizen mich nicht mehr – aber die schöne Kindheitserinnerung bleibt.
Zu Hause färbten wir Ostereier mit Zwiebelschalen, goldbraun und warm, aber auch mit bunten Ostereierfarben, die das ganze Waschbecken in ein kleines Farbfest verwandelten. Gekauften Osterschmuck gab es kaum. Wir bastelten selbst aus dem, was die Natur hergab.
Ich liebte unseren farbenfrohen Osterstrauß: Birkenzweige und Weidenkätzchen, geschmückt mit unseren selbstgebastelten Eiern – ein bisschen Frühling, den wir ins Zimmer holten. Wir bastelten auch sorbische Ostereier selbst – mit der Wachstechnik, bei der wir mit unterschiedlich zugeschnittenen Federkielen und geschmolzenem Wachs Muster auf die Eier zeichneten, bevor die Farbe das Ei verwandelte. Andere beklebten wir mit Stroh. Beides eine Geduldsarbeit – aber ich versank darin. Liebte die Stille und den Fokus dabei. Wer hätte gedacht, dass aus dem kleinen Mädchen mal eine Meditationslehrerin wird.
Und die Verbindung zum Kakao? Sie ist geblieben – nur tiefer geworden.
Rohkakao – das Herz öffnen
Ich liebe meine Homemade Raw Chocolate – und schätze die Wirkung von rohem Kakao, dessen Bohnen nicht über 42° erhitzt worden sind. Durch seine über 300 vitalen Inhaltsstoffe öffnet er unser Herz und unseren Geist und fördert unseren kreativen Flow.
Möchtest du dies selbst erfahren, in zeremoniellem Rahmen? Dann lade ich dich von Herzen zur nächsten Kakaozeremonie ein – eine Einladung, tiefer mit dir selbst in Kontakt zu kommen und dem, was mit Frühlingsbeginn ans Licht will.
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Welche Bedeutung haben Osterhase und Ei?
Was suchen wir eigentlich, wenn wir Ostereier suchen? Die bunte Lebendigkeit? Die leichtfüßige Freude? Den Frühling in uns?
Wofür stehen Hase und Ei?
Der Hase ist in vielen Kulturen das Tier des Mondes, der Dämmerung, der Schwelle. Er lebt zwischen den Welten – wachsam, beweglich, tief im Instinkt verwurzelt. Er steht für das, was in uns lebendig und ungebändigt ist. Das, was nicht denkt, sondern instinktiv weiß.
Als Symboltier des Frühlings verkörpert er Fruchtbarkeit und Lebenskraft.
Und das Ei?
Das Ei – Potenzial in reinster Form
Wenn du in den kommenden Tagen – nach einer hoffentlich erfolgreichen, freudigen, verspielten Ostereiersuche am Ostersonntag – eines der schönen, bunten Eier in deiner Hand hältst, halte einen Moment inne. Ich lade dich ein, für einen Moment die Symbolik auf dich wirken zu lassen – das Ei, das die Ganzheit einer ungeborenen Welt in sich trägt. Potenzial in reinster Form.Das Ei ist eines der ältesten kosmischen Symbole der Menschheit. Die alten Griechen – genauer: die Orphiker, eine mystische Strömung des 6. Jahrhunderts vor Christus – sprachen vom Weltei, dem kosmischen Ei, aus dem alles Lebendige hervorgegangen ist. In ihrer Vorstellung enthielt dieses silbrig schimmernde Ei alles, was werden sollte: Himmel und Erde, Licht und Dunkel, Möglichkeit und Form. Noch ungetrennt. Noch eins. Und erst mit dem Öffnen des Eis, begann die Welt sich zu entfalten.
Dieses Bild taucht in fast allen Kulturen auf – in Indien, China, Ägypten, Finnland, bei den Kelten. Überall dieselbe Ahnung: Das Leben kommt aus einem stillen, geschlossenen Ursprung und entfaltet sich – wenn die Zeit reif ist.
Was trägst du in dir? Was will ans Licht? Jetzt mit dieser Frühlingskraft.
Loslassen. Geschehen lassen.
Du brauchst nichts forcieren. Nur manchmal ist es an der Zeit, nicht länger zu unterdrücken, was ohnehin raus will.
Was muss sterben, damit dein Licht nach Außen strahlen kann?
Ich habe ein Geschenk für dich, was dich auf deinem Weg unterstützt. Mein Osterei findest du weiter unten: Soul Sunrise.
Frühlingserwachen – innen wie außen
Ostara erzählt uns etwas, das weit über bunte Eier hinausgeht.
Es geht um das Licht, das nicht bleibt, sondern kommt und geht. Das wertvoller ist, weil es nicht dauerhaft ist. Das einen Moment lang alles vergoldet – das nasse Gras, die weißen Birkenstämme, ein Kind, das lacht und rennt und sucht.
Vielleicht ist das die eigentliche Magie des Frühlings. Nicht der perfekte, wolkenlose Tag, sondern der Wechsel. Die Bewegung. Das Licht, das immer wieder durchbricht.
Mitten im Unklaren. Mitten in unserem Leben.
Wir warten oft darauf, dass sich endlich alles stimmig anfühlt, dass sich alles klärt und wir angekommen sind.
Vielleicht beginnt das Neue viel früher, als wir denken. Ganz leise. Fast unbemerkt.
Ein einfaches Frühlingsritual für dich
Du brauchst nichts Kompliziertes. Nur dich – und einen Moment der Ehrlichkeit.
Nimm dir Zeit. Vielleicht draußen, vielleicht am Fenster.
Halte ein Ei in deiner Hand – oder stelle dir eines vor. Spüre sein Gewicht. Seine Geschlossenheit. Alles, was darin wartet.
Atme. Komme in Stille.
Frage dich – ohne Druck, ohne Erwartung: Was in mir möchte jetzt wachsen? Was möchte aufbrechen?
Schreib es auf – ohne Filter. Ohne es gleich verstehen zu müssen.
Wachstum geschieht nicht durch Kontrolle, sondern durch Raum.
Mehr über das Thema innere Werte und Träume findest du hier:
Warum wir unsere Träume nicht verwirklichen
Jeden Morgen neu beginnen – Soul Sunrise
Frühling ist auch der ideale Moment, um ein Morgenritual zu etablieren. Etwas, das dich täglich neu verwurzelt – bevor der Tag beginnt und der Autopilot übernimmt.
Ab Montag, 20. April, halte ich jeden Morgen einen Meditations- und Inspirationsraum: Soul Sunrise – still, lebendig, verbindend. Montag bis Freitag, 6 Uhr, live auf Instagram und Zoom. Zwanzig Minuten für dich. Kostenlos. Ohne Bedingungen.
Klar, verbunden und leicht in den Tag.
→ Hier anmelden – Soul Sunrise
Von Herzen,
deine Yeshi
Über die Autorin
Yeshi Choedon begleitet Menschen zurück zu sich selbst – in ihre Essenz, ihre verwurzelte, beflügelnde Kraft und ihr erfolgreiches Herzensbusiness. Sie ist Coach, Meditationslehrerin und Speakerin für Persönlichkeitsentwicklung und Potenzialentfaltung mit über 25 Jahren Erfahrung. Zuhause in Freiburg im Schwarzwald, tätig online und weltweit.
Dieser Artikel basiert auf einer persönlichen Erinnerung von Yeshi Choedon, aufgewachsen in Ost-Berlin.
